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Edwin Moses
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Sebastian Krumbiegel & Tobias Künzel

Sebastian Krumbiegel & Tobias Künzel
Sänger und Komponisten der Popband „Die Prinzen“, in einer ehemaligen Kaserne der sowjetischen Armee bei Buchenwald
Buchenwald, Thüringen, Germany 1997
Red Couch, Red Couch Europe 1997 - 2004
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Sebastian Krumbiegel, geboren 1966, hat seine Stimme im Leipziger Thomanerchor und später an der Musikhochschule „Felix-Mendelsson-Bartholdy“ ausgebildet. Als Leadsänger der A-Capella-Popband „Die Prinzen“ schaffte er 1991 den Sprung in die Charts. Die „Boygroup aus dem Osten“ verkaufte mit Titeln wie „Ich wär so gerne Millionär“ oder „Alles nur geklaut“ rund funf Millionen Platten. 1997 verordneten sich die Bandmitglieder eine Zwangspause: Krumbiegel gründete in dieser Zeit den „Club Geheimrat“ und nahm das Soloalbum „Kamma mache nix“ auf. 1999 feierten die Prinzen mit „So viel Spaß für wenig Geld“ ein sensationelles Comeback.

interview

Sebastian Krumbiegel:

Was macht für Sie das Leben lebenswert?

Die Musik, die Familie, die Liebe. Und die Narrenfreiheit, die man als Musiker hat: Dass man jung bleiben darf.

Was missfällt Ihnen am Leben?

Der Krieg. Da geh ich auch auf die Straße und demonstriere. Ich bin schließlich nicht nur Musiker, ich habe auch eine Meinung, eine Persönlichkeit. Das ist das Schöne an einer Band wie den Prinzen. Wir sind keine „RTL-Superstars“, die vorgeschrieben bekommen, was sie anzuziehen und zu meinen haben. 

Was war bisher Ihr interessantestes Erlebnis? 

Die Geburt meiner beiden Kinder Paul und Philine. Und mit den Prinzen ein paar Konzerte, wie zum Beispiel das auf dem Marktplatz von Leipzig im Mai 1994: 50 000 Leute sind da gekommen. Das war der Hammer. Oder jetzt, beim Kirchentag, vor dem Brandenburger Tor. Da denkt man schon einmal kurz, man sei der Papst – und muss aufpassen, dass man das nicht zu persönlich nimmt, dass man vom Adrenalinkick wieder herunter kommt.

Was ist Ihr größter Wunsch?

Ich würde gerne einmal mit einem Shuttle raus ins All fliegen, um die Erde von außen zu sehen. Und ich glaube auch daran, dass ich das noch erleben werde. Sigmund Jähn, der erste Deutsche draußen im Weltraum und eine große Kultfigur damals im Osten, hat mal gesagt: „Wenn du die Erde einmal von oben betrachtet hast, dann fragst du dich, warum die Leute sich hier unten die Köpfe einhauen.“ Das würde ich gerne einmal erleben, dieses „globale Feeling“. Vielleicht sollten alle Menschen mal da hoch fliegen, dann gäbe es auch keinen Ärger mehr auf der Erde.

Wenn Sie die Wahl hätten, wer oder was wären Sie dann gerne?

„Q“ aus Enterprise. Den finde ich cool, der ist so schön arrogant.

Wer hat Ihrer Meinung nach das Universum erschaffen?

Die Frage müsste ich weitergeben an Stephen Hawking oder an meinen Vater. Der ist Wissenschaftler und zugleich ein sehr gläubiger Christ. Er hat mir mal gesagt: Je weiter er in die Wissenschaft vorgedrungen sei, umso mehr habe er an die Liebe geglaubt, die in uns allen drin stecke. Das Universum zu erklären ist eine unendlich schwierige, vielleicht sogar unmögliche Aufgabe.

Was erwarten Sie nach dem Tod?

Ich glaube jedenfalls, das da nicht Schluss ist. Wenn ich an das Grab meiner Oma gehe, dann rede ich mit ihr. 

Haben Sie eine Frage an die Menschheit?

Geht’s Euch gut?

other facts

series: Red Couch Europe 1997 - 2004
year: 1997
technique: n.n.
edition: n.n.